Wann beginnt die Zeckenzeit?
Zecken werden häufig vor allem mit Frühling und Sommer verbunden. Sie können jedoch auch an milden Herbst- und Wintertagen aktiv sein. Eine klar begrenzte Zeckensaison gibt es deshalb nicht mehr überall.
Hunde und Freigängerkatzen können Zecken unter anderem im hohen Gras, in Gebüschen, an Waldrändern, in Gärten und auf Grünflächen aufnehmen. Auch nach einem Spaziergang in und um Wachtberg lohnt sich daher ein gründlicher Blick ins Fell.
Wie hoch das individuelle Risiko ist, hängt unter anderem von der Jahreszeit, der Region, den bevorzugten Spazierwegen und der Lebensweise des Tieres ab.
Warum können Zecken gefährlich werden?
Der Zeckenstich selbst verursacht häufig nur eine kleine örtliche Reaktion. Das größere gesundheitliche Risiko besteht darin, dass Zecken verschiedene Krankheitserreger übertragen können.
Zu den möglichen zeckenübertragenen Erkrankungen beim Hund gehören unter anderem Anaplasmose, Borreliose und Babesiose. Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger und nicht jeder Stich führt automatisch zu einer Erkrankung. Trotzdem ist es sinnvoll, Zecken möglichst früh zu entdecken und zu entfernen. Bei Verdacht auf eine Infektion kann eine gezielte Diagnostik in unserer Praxis helfen, die Ursache einzugrenzen.
Welche Zeckenarten und Erkrankungen in einer Region auftreten, kann sich mit der Zeit verändern. Auch Reisen mit dem Tier können das Risiko beeinflussen.
Wo sitzen Zecken besonders häufig?
Zecken können sich grundsätzlich an fast jeder Körperstelle festsetzen. Einige Bereiche sollten Sie besonders sorgfältig kontrollieren:
- Kopf und Ohren
- Hals und Brust
- Achselhöhlen
- Bauch und Leistenregion
- Bereich zwischen den Zehen
- Umgebung der Augen
- Beine und Gelenkbereiche
- Ansatz der Rute
Streichen Sie langsam mit den Händen durch das Fell. Kleine, noch nicht vollgesaugte Zecken können leicht übersehen werden. Bei dichtem oder langem Fell ist eine gründliche Kontrolle besonders wichtig.
Zecken richtig entfernen
Wenn Sie eine festgesaugte Zecke entdecken, sollten Sie ruhig und sorgfältig vorgehen.
Schritt 1: Geeignetes Werkzeug verwenden
Verwenden Sie eine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder ein anderes dafür vorgesehenes Instrument. Versuchen Sie nicht, die Zecke mit den bloßen Fingern zu entfernen.
Schritt 2: Fell zur Seite legen
Legen Sie das Fell um die Zecke vorsichtig frei. Achten Sie darauf, dass Sie die Zecke möglichst nah an der Haut erreichen können.
Schritt 3: Zecke hautnah fassen
Setzen Sie das Werkzeug dicht über der Haut an. Greifen Sie möglichst nicht in den vollgesaugten Körper der Zecke.
Schritt 4: Langsam und gleichmäßig entfernen
Ziehen Sie die Zecke langsam, kontrolliert und mit gleichmäßigem Zug heraus. Vermeiden Sie hektisches Reißen und quetschen Sie die Zecke nicht.
Beachten Sie bei speziellen Zeckenhaken oder anderen Werkzeugen zusätzlich die jeweilige Gebrauchsanweisung.
Schritt 5: Stelle kontrollieren
Kontrollieren Sie anschließend, ob die Zecke vollständig entfernt wurde. Beobachten Sie die Einstichstelle in den folgenden Tagen auf Rötungen, Schwellungen oder andere Veränderungen.
Waschen Sie sich nach der Entfernung die Hände und reinigen Sie das verwendete Werkzeug.
Was tun, wenn ein Teil der Zecke stecken bleibt?
Manchmal bleibt nach der Entfernung ein kleiner Teil des Stechapparates in der Haut zurück. Dabei handelt es sich nicht um den gesamten Kopf der Zecke.
Häufig stößt der Körper diesen kleinen Rest selbst ab. Versuchen Sie nicht, tief in der Haut zu bohren oder die Stelle mit einer Nadel zu bearbeiten. Dadurch können zusätzliche Verletzungen und Entzündungen entstehen.
Beobachten Sie die Stelle. Wird sie stärker rot, warm, geschwollen, schmerzhaft oder nässt sie, sollte sie in der Tierarztpraxis untersucht werden.
Wenn Sie die Zecke nicht sicher entfernen können oder unsicher sind, helfen wir Ihnen gerne weiter.
Wann sollten Sie nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?
Nicht nach jedem Zeckenstich ist automatisch eine tierärztliche Behandlung notwendig. Wichtig ist, das Tier und die Einstichstelle anschließend aufmerksam zu beobachten.
Kontaktieren Sie eine Tierarztpraxis insbesondere bei folgenden Veränderungen:
- Fieber
- auffälliger Müdigkeit oder Abgeschlagenheit
- vermindertem Appetit
- plötzlich auftretender Lahmheit
- Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen
- blassen Schleimhäuten
- dunklem oder rötlich verfärbtem Urin
- neurologischen Auffälligkeiten
- starker Rötung oder Schwellung der Einstichstelle
- nässender oder schmerzhafter Entzündung
- einer größeren Zahl gleichzeitig festgesaugter Zecken
Über eine gezielte Untersuchung im Rahmen der Allgemeinmedizin und Vorsorge sowie eine ergänzende Labordiagnostik lassen sich mögliche Folgen eines Zeckenstichs frühzeitig abklären.
Wie lässt sich einem Zeckenbefall vorbeugen?
Das regelmäßige Absuchen des Fells ist eine wichtige Maßnahme, bietet allein jedoch nicht immer einen vollständigen Schutz. Besonders kleine Zecken können im Fell leicht übersehen werden.
Welche Zeckenprophylaxe für ein Tier geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Hund oder Katze
- Alter und Gewicht
- Gesundheitszustand
- Freigang und Lebensweise
- bevorzugte Spaziergebiete
- Reisen in andere Regionen oder Länder
- Kontakt zu weiteren Tieren
- Verträglichkeit bisheriger Präparate
Zur Zeckenprophylaxe stehen unterschiedliche zugelassene Tierarzneimittel zur Verfügung. Die Auswahl sollte individuell erfolgen. Wenden Sie Produkte nur in der empfohlenen Dosierung und im vorgesehenen zeitlichen Abstand an.
Bei Unsicherheit beraten wir Sie gerne dazu, welcher Zeckenschutz zu Ihrem Tier und seinem Alltag passen kann. Auch der aktuelle Impfstatus spielt bei der Vorsorge eine Rolle.
Besonderheiten beim Zeckenschutz von Katzen
Katzen reagieren auf bestimmte Wirkstoffe deutlich empfindlicher als Hunde. Einige Zeckenschutzmittel, die für Hunde vorgesehen sind, können für Katzen gefährlich oder sogar lebensbedrohlich sein.
Verwenden Sie bei Katzen deshalb ausschließlich Produkte, die ausdrücklich für Katzen und das jeweilige Gewicht zugelassen sind.
Übertragen Sie niemals eigenständig ein Präparat vom Hund auf die Katze. Leben Hund und Katze in einem gemeinsamen Haushalt, sollten auch mögliche Kontakte nach der Anwendung berücksichtigt werden.
Wenn versehentlich ein Hundepräparat bei einer Katze angewendet wurde oder die Katze Kontakt mit einem frisch behandelten Hund hatte und Auffälligkeiten zeigt, kontaktieren Sie umgehend eine Tierarztpraxis.
Häufige Fehler beim Zeckenschutz
Hausmittel ohne nachgewiesenen Schutz
Kokosöl, Bernstein, ätherische Öle, Knoblauch oder andere Hausmittel werden häufig als natürlicher Zeckenschutz beworben. Für viele dieser Methoden fehlt jedoch ein verlässlicher Wirksamkeitsnachweis.
Einige vermeintlich natürliche Stoffe können für Hunde oder Katzen gesundheitsschädlich sein. Knoblauch und Zwiebeln sind beispielsweise für beide Tierarten giftig. Bestimmte ätherische Öle können insbesondere Katzen gefährden.
Unregelmäßige Anwendung
Ein Zeckenschutz kann seine Wirkung verlieren, wenn Anwendungsabstände nicht eingehalten werden. Auch häufiges Baden oder Schwimmen kann bei bestimmten Produkten die Wirksamkeit beeinflussen.
Das falsche Produkt für die Tierart
Hunde- und Katzenpräparate sind nicht automatisch austauschbar. Verwenden Sie immer ein für die jeweilige Tierart zugelassenes Produkt.
Zecken nur im Sommer erwarten
Auch an milden Tagen außerhalb des Sommers können Zecken aktiv sein. Der notwendige Schutz sollte deshalb am individuellen Risiko und nicht ausschließlich am Kalender ausgerichtet werden.
Zeckenschutz individuell besprechen
Jedes Tier hat ein anderes Risiko. Ein Hund, der häufig durch hohes Gras und Waldgebiete läuft, benötigt möglicherweise eine andere Prophylaxe als ein Tier, das nur selten entsprechende Flächen betritt. Bei Katzen spielt insbesondere eine Rolle, ob sie ausschließlich in der Wohnung leben oder regelmäßig Freigang haben.
Wir beraten Sie gerne, welche Vorsorgemaßnahmen für Ihr Tier sinnvoll sein können.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die Zeckenzeit bei Hund und Katze?
Zecken treten besonders häufig in den wärmeren Monaten auf, können aber auch an milden Herbst- und Wintertagen aktiv sein. Das individuelle Risiko hängt von Region, Wetter, Lebensweise und Aufenthaltsorten des Tieres ab.
Muss jede Zecke sofort entfernt werden?
Eine entdeckte Zecke sollte möglichst zeitnah und sachgemäß entfernt werden. Je länger sie festgesaugt bleibt, desto länger besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Erregerübertragung.
Darf ich Öl auf eine Zecke geben?
Nein. Öl, Alkohol, Klebstoff und andere Hausmittel sollten nicht auf eine festgesaugte Zecke gegeben werden. Verwenden Sie stattdessen ein geeignetes Werkzeug.
Was passiert, wenn ein Teil der Zecke stecken bleibt?
Ein kleiner verbliebener Rest wird vom Körper häufig selbst abgestoßen. Manipulieren Sie nicht mit einer Nadel an der Haut. Entzündet sich die Stelle oder sind Sie unsicher, sollte sie tierärztlich untersucht werden.
Kann ich das Zeckenmittel meines Hundes auch für meine Katze verwenden?
Nein. Bestimmte für Hunde geeignete Wirkstoffe können für Katzen gefährlich sein. Katzen dürfen ausschließlich mit ausdrücklich für Katzen zugelassenen Produkten behandelt werden.
Gibt es eine Impfung gegen Zecken?
Eine Impfung, die Zeckenstiche verhindert, gibt es nicht. Für Hunde existiert eine Impfung gegen bestimmte Borrelien. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, sollte individuell tierärztlich besprochen werden.
Muss mein Tier nach jedem Zeckenstich untersucht werden?
Nicht jeder Zeckenstich erfordert automatisch einen Termin. Beobachten Sie Ihr Tier und die Einstichstelle. Bei Fieber, Abgeschlagenheit, Lahmheit, dunklem Urin, Entzündungen oder anderen Auffälligkeiten sollte eine Tierarztpraxis kontaktiert werden.
Weiterführende Informationen
- ESCCAP Deutschland: Zecken bei Hunden und Katzen – esccap.de/parasiten/zecken/
- ESCCAP Deutschland: Was tun bei einem Zeckenstich beim Hund? – esccap.de/parasiten/zecken/was-tun-bei-einem-zeckenstich-beim-hund/
- ESCCAP Deutschland: Zecken bei der Katze – esccap.de/parasiten/zecken/zecken-bei-der-katze/
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung oder individuelle tierärztliche Beratung.

